Grafikformate im Internet

Auszug aus "Webdesign in der Praxis" von Philippe Jean-Richard, Reihe SmartBooks erschienen bei SmartBooks Publishing AG, Kilchberg 2000

Dieser Lehrstoff ist wichtig, damit Sie wissen

  • welche Dateiformate das Web überhaupt aufnehmen und darstellen kann

  • welche Dateiformate für welche Art von Grafiken geeignet sind

  • wie Sie ein Bild optimal komprimieren können.

 

Know-how Grafikformate

Dateiformate

tif jpg (jpeg)
eps gif
bmp png (ping)
psd (Photoshp Datei)  
cdr (CorelDraw Datei)  
fh10 (freehand)  

 

JPEG

Joint Photographic Expert Group

Anwendung:

Fotos und Grafiken, welche mehr als 256 Farben benötigen, z.B. Grafiken mit feinen Farbverläufen

Vorteil:

  • kann 16,7 Millionen Farben darstellen
  • fast verlustfreie Komprimierung

Nachteil:

  • keine Transparenz
  • bei jedem Abspeichern gehen Bilddaten verloren

JPEG-Kompression

Die JPEG-Kompression basiert auf dem Prinzip, vor allem die Farbinformationen zu verringern, dabei aber die Helligkeitsinformationen mehr oder weniger unberührt zu lassen. Die Kompression wird dabei immer auf eine Gruppe von Pixel (8x8 Pixel) angewendet. Bilder, deren Höhe und Breite einen Wert darstellen, welcher durch 8 teilbar ist, werden etwas besser komprimiert. Scharfe Kanten, wie z.B. Schrift innerhalb einer Grafik, verschlechtern die Kompression.

Qualitätsaspekte

Jedesmal, wenn Sie ein Bild im JPEG-Format abspeichern, verschlechtert sich die Qualität ein bisschen. Darum ist es ratsam, Änderungen an der Grafik im Originalformat vorzunehmen, um dann die Grafik im JPEG-Format abzuspeichern.

Darstellungsoption

Das Bild wird zuerst verschwommen angezeigt und dann immer schärfer. Diese Methode hat den Vorteil, dass wir von Anfang an das ganze Bild sehen und uns sozusagen darauf freuen, immer nähere Details zu erkennen. JPEG besitzt die Möglichkeit, beim Abspeichern einer Grafik diese so genannte progressive Option einzubeziehen.

GIF

Das GIF-Format gilt als das "Haus"-Format von CompuServe und wurde speziell für den Online-Einsatz entwickelt.

Anwendung:

GIF eignet sich vor allem für einfachere Grafiken, z.B. Buttons, Symbole und Cliparts, Strichzeichnungen, Karikaturen, welche nur wenige Farben besitzen und über grössere gleichfarbige Flächen verfügen.

Vorteil:

  • verlustfreie Komprimierung
  • transparente Grafiken erzeugen
  • Animierte Bilder

Nachteil:

  • beschränkt sich auf 256 Farben

Dithering

Beim Dithering werden optisch mehr Farben erzeugt, als in der indizierten Palette vorhanden sind. Dies wird möglich, in dem die indizierten Farben so gruppiert werden, das unser Auge meint, plötzlich mehr Farben zu erkennen . Geditherte Bilder benötigen normalerweise ein wenig mehr Speicherplatz.

Warum benötigen geditherte Bilder mehr Speicherplatz?

Das Geheimnis besteht darin, dass GIF eine Mustererkennung durchführt, d.h. gleiche Muster innerhalb eines Bildes sucht. Wenn z.B. 100 Pixel mit weisser Farbe nebeneinander liegen , so würde die Information nicht lauten:

<<weiss, weiss, weiss, .....weiss>>

sondern

<<100 x weiss>>

Die zweite Variante ist viel schlanker. Bei geditherten Bildern sind einfach zu wenig dieser Muster vorhanden.

Web-Farben

Bei den Web-Farben handelt es sich um 216 Farbtöne, welche die Browser auf den verschiedenen Plattformen (Windows, Macintosh, uws.) gleich darstellen. Dadurch bleibt gewährleistet, dass bei der Ansicht der Grafik keine Farbveränderungen auftauchen. Jetzt erkennen Sie auch den grossen Wert eines Programms wie Photoshop, welches eine beliebige Grafik so umwandeln kann, dass diese nur noch aus Web-Farben besteht (Wert der Web-Ausrichtung: 100%).

Vorteil von Web-Farben

Wenn Sie die Hintergrundfarbe sowie die Textfarbe Ihrer Website einstellen, sollten Sie sich der Web-Farben bedienen, damit Sie sicher sein können, dass diese Elemente in jedem Browser auch wirklich so dargestellt werden, wie Sie sie auf Ihrem Bildschirm sehen.

In manchen Programmen (Adobe Photoshop, Macromedia Dreamweaver und Fireworks) erscheint bei der Farbauswahl auf Wunsch die Web-Palette, d.h. Sie können direkt eine Web-Farbe auswählten, ohne sich zuerst Gedanken machen zu müssen, um was für Farbwerte es sich dabei handelt.

51er-Regel

Jede Farbe im Internet setzt sich aus einem Rot-, Grün- und Blauanteil zusammen (RGB). Dies ist durch den Aufbau des Monitors bedingt. Jeder dieser Farbwerte kann einen Wert zwischen 0 und 255 annehmen. Nun kommt die sogenannte 51er-Regel zum Zug: Wenn jeder dieser drei Farbwerte durch 51 geteilt werden kann (ohne Rest), dann handelt es sich um eine Web-Farbe, z.B. dunkelgrün R: 0 G:51 B: 0!

Web-Farben im hexadezimalen Zahlensystem

Im hexadezimalen Zahlensystem können Web-Farben lediglich die Werte #00, #33, #99, #CC und #FF annehmen.

Nebenbemerkung: Für diejenigen, denen der Ausdruck "hexadezimales Zahlensystem" nicht geläufig ist: Es handelt sich um ein Zahlensystem, das nicht 10 Ziffern (0-9) beinhaltet wie das Zahlensystem, das wir in unserem Alltag gebrauchen, sondern 16 Ziffern. Bei der 11. - 16.Ziffer hat man sich mit den Buchstaben A - F beholfen. Auf diese Weise können mit weniger Ziffern viel höhere Zahlen dargestellt werden.

Transparenz

Das Format GIF bietet die Möglichkeit, innerhalb eines Bilds transparente Bereiche zu definieren. Transparenz kann Bilder (scheinbar) aus ihrem Rechteck befreien, indem Teile des Bildes unsichtbar gemacht werden. Somit eignen sich transparente Bilder z.B. für Symbole, welche wir in die Hintergrundfarbe der Website einflechten wollen.

PNG

Portable Network Graphic ist sozusagen die Antwort auf die Einschränkungen von GIF und JPEG.

Vorteile:

  • kann über 16 Millionen Farbwerte darstellen (wie JPEG)
  • die Kompression funktioniert verlustfrei (wie GIF)
  • kann transparente Farben darstellen( wie GIF). Während aber GIF nur mit einer Transparenzstufe (transparent oder nicht transparent) aufwarten kann, bietet uns PNG 256 Transparenzstufen!
  • besitzt eine Gamma-Korrekturfunktion, welche die Helligkeitsunterschiede zwischen Windows- und Macintosh-Monitoren automatisch ausgleicht

Nachteile:

  • sind durchschnittlich etwas grösser als vergleichbare GIF- oder JPEG-Dateien
  • besitzt die Animationsfähigkeit von GIF nicht
  • PNG-Bilder können nur von neueren Browsern (ab Version 4) ohne Plug-In dargestellt werden

Arten von PNG

  • 8-Bit PNG: Wie bei GIF werden maximal 256 Farben dargestellt.
  • 24-Bit PNG: Wie bei JPEG werden alle 16 Millionen Farben dargestellt.
  • 36-Bit PNG: Zusätzlich zu den 16 Millionen Farben werden 8 Bit (=256 mögliche Werte) für die Transparenzstufen reserviert.

PNG kann ebenfalls in mehreren Durchgängen speichern.

 

Inhalte Grafiken

Grafikformate im Internet

JPEG

GIF

PNG

Bildvergleich

Bildformat: jpeg
0% Dithering
Perzeptiv-Palette
256 Farben, 9,321 KB


Bildformat: gif
0% Dithering
Perzeptiv-Palette
256 Farben, 22,12 KB


Bildformat: gif
100% Dithering
Perzeptiv-Palette
256 Farben, 23,72 KB


Bildformat: gif
0% Dithering
Perzeptiv-Palette
32 Farben, 11,22 KB


Bildformat: gif
100% Web-Ausrichtung
0% Dithering
Perzeptiv-Palette
32 Farben, 7,93 KB


Bildformat: gif
100% Web-Ausrichtung
100% Dithering
Perzeptiv-Palette
32 Farben, 7,93 KB


Bildformat: 8-PNG
0% Dithering
Perzeptiv-Palette
23,66 KB